Stichworte

Alkoholische Lösungen
Chirurgische Händedesinfektion
Desinfektion
Die Liste
Hygiene
Hygienische Händedesinfektion
Infektion
Infektionswege
Pathogene Keime
Qualität von Desinfektionsmitteln
Viren
Virulenz
Viruzide Wirkung/Viruzidie


Alkoholische Lösungen

Ethanol, 1-Propanol oder 2-Propanol sind die üblicherweise eingesetzten Alkohole für die Händedesinfektion. Der Alkoholanteil wird in Gewichtsprozent angegeben und liegt üblicherweise zwischen 60 und 70 w/w. Alkohole haben keine allergene Potenz, das heißt, können keine Allergien auslösen. Wenn dennoch mitunter solche Reaktionen nach der Anwendung von Desinfektionsmitteln auftreten, hat das mit den Parfum und Pflegestoffen zu tun, die dem Alkohol beigemischt werden, damit die Hände gut riechen und die Haut nicht austrocknet. Auch häufige Anwendung alkoholischer Lösungen schadet der Haut nicht, wenn man gleichzeitig darauf achtet, die Haut zu pflegen.

Chirurgische Händedesinfektion

Eliminiert möglichst alle auf der Haut befindlichen Mikroorganismen (also die transiente und die residente Flora) und die Wirkung soll möglichst lang anhalten, damit die Keime nicht über den perforierten Handschuh des Chirurgen direkt in die Operationswunde tropfen können. Deshalb muss das Desinfektionsmittel nun besonders intensiv eingerieben werden, je nach Präparat zwischen 1,5 – 5 Minuten lang. Im normalen Leben wäre das eine nicht zu rechtfertigende Belastung der Haut.

Desinfektion

Der Begriff »Desinfizieren« kommt aus der lateinischen Sprache und bedeutet zunächst übersetzt nur »wegmachen (›des‹), was beeinträchtigt (›inficiere‹)«. Die Wissenschaft hat aber den Begriff »Desinfektion« als Fachausdruck festgelegt. Unter »Desinfektion« verstehen die Fachleute »die gezielte Reduktion eines definierten Anteils bestimmter unerwünschter Mikroorganismen durch chemische oder physikalische Inaktivierung, so dass sie unter den gegebenen Umständen keine Schäden (Infektion, Verderbnis) mehr verursachen können.«Laienhaft ausgedrückt heißt das, dass man von Desinfektion dann sprechen kann, wenn es gelingt, mit Hilfe von Maßnahmen, die man ergreift, unerwünschte Keime abzutöten.

Wissenschaftlich festgelegt ist auch das Ausmaß der Reduktion, die z.B. ein Desinfektionsmittel erreichen muss, damit man es als solches bezeichnen darf: Von einer »Desinfektion« spricht man dann, wenn im Test durch das Desinfektionsmittel »5 log Keime (Bakterien, Pilze), oder 4 log Viren entfernt werden«. In der Sprache der Laien würden wir sagen: Das Desinfektionsmittel muss in der Lage sein, 99,999% aller Bakterien und Pilze zu entfernen und/oder 99,99% der Viren.

Die Liste

Die heißt korrekt: »Desinfektionsmittelliste der Desinfektionsmittelkommission des VAH«. Zu den Mitgliedern des VAH gehören Experten aus den Bereichen Hygiene, Öffentliches Gesundheitswesen und Infektiologie. Der VAH erarbeitet Prüfvorschriften und Bewertungsmöglichkeiten für Verfahren der Dekontamination, Desinfektion, Antiseptik von Produkten und Maßnahmen der angewandten Hygiene. In der Liste findet man, geordnet in die Kapitel Hände-, Haut, Instrumenten-, Flächen- und Wäschedesinfektion Desinfektionsmittel, deren Wirkung von zwei unabhängigen Gutachtern überprüft worden waren. Der Verbraucher hat damit einen neutralen, verlässlichen Vergleich, welches Desinfektionsmittel wie viel Wirkstoff pro Zeiteinheit braucht, um Keime abzutöten – und gegen welche Keime es einsetzbar ist. Der Vergleich beschränkt sich allerdings auf die Prüfung der bakteriziden und fungiziden Wirkung (also gegenüber Bakterien und Pilzen).

Hygiene

Unter »Hygiene« versteht man nicht, dass man sich ausreichend oft die Hände wäscht und auch sonst pflegt, sondern die Lehre von der Verhütung von Krankheiten bzw. die Förderung von Gesundheit.

Der Begriff kommt aus der griechischen Mythologie: »Hygieia« war die Tochter des Asklepios und wie ihr Vater für die Kranken, war sie die Göttin für Gesundheit.

Hygienische Händedesinfektion

Eliminiert die Keime, die es sich als »ungebetene Gäste« auf der Haut vorübergehend einrichten. Man nennt sie die »transiente Flora«. Die hygienische Händedesinfektion wird heute vorzugsweise mit alkoholischen Lösungen durchgeführt. Dazu schüttet man eine kleine Menge davon in eine hohle Hand und verteilt anschließend die Flüssigkeit überall auf beide Hände. Die Haut muss über einen Zeitraum von 30 Sek. feucht bleiben.

Infektion

Unter einer Infektion versteht man das Eindringen eines (Mikro-) Organismus in den menschlichen Körper bzw. dessen Ansiedeln auf der Haut, Schleimhaut oder Wunde mit anschließender Vermehrung und spezifischen wie unspezifischen Krankheitszeichen.

Der Begriff kommt aus der lateinischen Sprache: »inficere« bedeutet »beeinträchtigen« oder »beeinflussen«.

Infektionswege

Infektionen können DIREKT durch Anniesen, Anhusten, Handschlag, Küssen, Geschlechtsverkehr etc. übertragen werden. Sie können aber auch INDIREKT durch »Mittler« übertragen werden z.B. über die Hand, die zuvor eine kontaminierte Hand geschüttelt hat, über eine Türklinke, auf die eine andere Hand Keime abgegeben hat usw.

Zudem kennt man z.B. noch folgende Übertragungswege:
AUTOINFEKTION – man infiziert sich selbst (die Keime eines Abszesses werden auf eine andere Körperstelle übertragen)
KONTAKTINFEKTION – Übertragung der Keime durch Berührung
TRÖPFCHENINFEKTION – Aufnahme infizierter Tröpfchen aus der Luft
SCHMIERINFEKTION – durch Ausscheidungen, Absonderungen, Blut
PERKUTANE INFEKTION – durch Injektionen, Nadelstiche, Insekten
IATROGENE INFEKTION – auf Grund einer ärztlichen Behandlung

Pathogene Keime

Das sind die, die krank machen können. Im Unterschied zu apathogenen Keimen, die nicht krank machen.

Qualität von Desinfektionsmitteln

Die Qualität von Desinfektionsmitteln bzw. die Kraft, Keime zu eliminieren, wird in wissenschaftlichen Gutachten überprüft. In diesen Gutachten werden die notwendige Menge des Mittels und die Einwirkzeiten festgelegt. Ein wissenschaftliches Gremium (VAH, Verbund für angewandte Hygiene) achtet darauf, dass Gutachten richtig gemacht werden, die Ergebnisse Gültigkeit haben und publiziert eine Liste, in der jeder die Präparate miteinander objektiv miteinander vergleichen kann. Diese Qualitätsdarstellung gibt es derzeit allerdings nur gegenüber Bakterien und Pilzen, nicht gegenüber Viren.

Viren

Bei der Einteilung aller Lebensformen bilden die Viren (zusammen mit Viroiden, Prionen, Virinos) den Übergang zur unbelebten Materie. Sie sind in allen Arten von Lebewesen als Zellparasiten und Krankheitserreger zu finden. Es gibt eine unglaublich große Zahl von unterschiedlichen Arten und Größen. Die meisten sind allerdings so klein, dass man sie nur unter dem Elektronenmikroskop sehen kann. Viren vermehren sich ausschließlich in den Zellen geeigneter lebender Organismen. Nicht jeder Organismus kann von jedem Virus befallen werden: Zellen müssen »permissiv« sein, das heißt: empfänglich für das jeweilige Virus. Viele Viren sind auf Wirtsorganismen, vielfach sogar auf einzelne Gewebe und Zellarten spezialisiert.

(nach »Rheinbaben und Wolff: Handbuch der viruswirksamen Desinfektionen«)

Man unterscheidet nackte (unbehüllte) und behüllte Viren.

Virulenz

Darunter versteht man die Gefährlichkeit eines Erregers, also seine Fähigkeit, den Wirt zu infizieren, zu schädigen oder sich auszubreiten. Man spricht von mehr oder weniger virulenten Keimen, je nachdem auch wie viele notwendig sind, damit eine Infektion ausbricht.

Viruzide Wirkung/Viruzidie

Darunter versteht man die Inaktivierung von Viren. Viren sind keine lebenden Organismen, weshalb man, wenn es um ihre Eliminierung geht, nicht von »Abtöten«, sondern von ihrer »Inaktivierung« spricht.

Die Viruswirksamkeit von Desinfektionsmittel unterteilt man in: 

  • »begrenzt viruzide«, das heißt Präparate, die wirksam sind gegenüber behüllten Viren
  • und »viruzide«, das sind Präparate, die wirksam sind gegenüber behüllten und unbehüllten Viren

Behüllte Viren lassen sich häufig schon mit den üblichen Händedesinfektionsmitteln eliminieren. Desinfektionsmittel, die auch unbehüllte Viren unschädlich machen, enthalten bisher einen sehr hohen Alkoholteil (95% Ethanol). Allerdings brauchen sie dazu mindestens 2 min. antivirus Händedesinfektion steht für eine neue Generation viruzider Händedesinfektionsmittel: Mit Hilfe chemischer Komponenten ist es gelungen, nicht nur den Alkoholgehalt dramatisch zu senken, sondern gleichzeitig eine besonders breite Viruswirksamkeit zu erreichen – und das bei deutlich gesenkter Einwirkzeit!

Die neue Generation der viruziden Händedesinfektionsmittel (antivirus Händedesinfektion) kommt mit signifikant weniger Alkohol aus und wirkt schneller. Die Wirkung tritt bereits (je nach Virus) zwischen 30 Sek. und 1 Min. ein.


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